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Design
Im Gefilde
Move!-City
Final Planning
Ostseeviertel, Greifswald
Move!-City, Berlin

In diesem Entwurf sollte ein städtebauliches Konzept für Buch V entwickelt werden, das flexibel auf die unterschiedlichsten Einflüsse reagieren kann. Dabei sollte kein fertiges Konzept entwickelt , sondern eine Möglichkeit gefunden werden, von einem Startpunkt aus die gesamte Fläche mit dem Konzept zu überziehen.
BewohnerInnen von Move!-City Berlin-Buch erklären das Konzept mit ihren Worten:

Hans Krüger, 43 Jahre, technischer Angestellter, seit 2002 in Buch

Ein Haus ist ein Klotz am Bein

Ich bin Hans Krüger, 43 Jahre, bin verheiratet und habe zwei Kinder. Wir leben seit 3 Jahren in der Move!-City. Eigentlich ist unser großer traum ein Haus im Grünen. Die Kinder sollen ungestört toben können und ich möchte einen großen Garten. Leider reicht das Geld nicht, um weiter rauszuziehen. So gut ist mein Job in Berlin-Prenzlauer Berg nicht. Als vor drei Jahren das Move!-Wohnen angeboten wurde, dachten wir, das ist eine flexible Zwischenlösung am Stadtrand, 30 Minuten von der Arbeit entfernt. Hier haben wir uns schön eingerichtet und einen kleinen Garten angelegt. Aber wir hoffen, dass ich einen anderen Job in einer anderen Stadt finde. Dann können wir mit unserem ganzen Haus auf Rädern sofort umziehen. Das können wir über die Notmove!-Säule anmelden und eine Lock fährt uns zu unserem neu ausgesuchten Grundstück in der anderen. Alle zwei Jahre ist auch Move!-Tag, das ist so was wie organisiertes Umziehen aller, die die Move!-City wechseln möchten. Ein tolles Angebot für die Nutzer dieses Systems. Wenn man diesen Termin in Anspruch nimmt, dann ist der Umzug kostenlos. Per Internet oder im örtlichen Büro können die Formalitäten erledigt werden. Für die einmalig gekaufte bzw. gemietete Flächengröße bekommt man überall in jeder Move!-City ein entsprechendes Grundstück. Toll ist, dass wir mit Move! immer die gleiche Basis haben, egal wohin es uns verschlägt. Ein Häuschen wäre in unserem Fall nur ein Klotz am Bein.

Johann Meiser, 59 Jahre, Frührentner, seit 2001 in Buch

Die Kommunikation ist intensiver als woanders!

Es ist wirklich so, man hat mehr Kontakt zu den Leuten. Früher war man halt in seiner abgeschlossenen Wohnung, hatte maximal Kontakt zu seinen direkten nachbarn. hier ist es anders, wenn man sich abends in seinen Garten stellt, dann laufen Andere vorbei oder der Nachbar macht genau das Selbe. Man trifft sich Öfters, z.B. auf dem Park & Ride-Platz oder in der Tram, die durchs Gebiet fährt. Die Kommunikation ist intensiver als woanders. Großstadt habe ich genug genossen. Seit vier jahren lebe ich nun hier in Buch und es gefällt mir, die Entwicklung zu beobachten. Es ist hier einfach noch nicht schon alles so fertig, wie in der Stadt. Ich war einer der ersten hier. für einen alleinstehenden Mann endlich finanziell gesehen eine gute Lösung im eigenen Heim mit eigenem Gundstück im Grünen zu wohnen. Im ersten Jahr waren wir nur knapp 30, die sich auf die Move!-City eingelassen haben. Zu Beginn ging der Park & Ride nur vom S-Bahnhof Buch aus. Von da gingen auch die Move!-Trassen ab. Ich hatte mir gleich ein Grundstück am Wäldchen genommen und dachte, wenn es mir zu wenig sonnig ist, kann ich ja immer noch an die Moorlinse ziehen, was ich aber bisher noch nicht getan habe. als das System erst mal funktionierte und auch die ersten kleinen Geburtswehen in Barcelona, Rom, Paris und Kopenhagen beseitigt waren, da war schnelle Schienenerweiterung in Buch angesagt. Neue Move!-Interessierte, aber auch Umzügler aus anderen Städten kamen, so dass der zweite Park & Ride an der Regionalbahnlinie in Buch angebunden wurde. Mittlerweile sind nur noch einige Grundstücke frei oder schon länger nicht mehr belegt gewesen, was übrigens sehr malerisch aussieht, wenn die Schienen und die teilweise angelegten Gärten so langsam überwuchern, wenn sich kein Nachbar findet, der das weiter pflegen möchte.

Eloise, 16 Jahre, Schülerin, in Buch seit 2002 und
Andy, 19 Jahre, Saxophonist, in Buch seit 2001

Gemeinsam alt werden in der welt!

Seit zwei Monaten wohne ich jetzt in meinem eigenen Wagen. Meine Eltern haben mir für erst mal drei Jahre 100 Quadratmeter gemietet. Jetzt wohne ich direkt neben meinem Freund Andy und kann immer mit ihm umziehen, obwohl meine Eltern gesagt haben, ich muss erst hier die Schule zu Ende machen. Andy ist Saxophonist bei den Defenders und jobbt nebenbei als Briefträger in Buch.

Naja, von der Musik kann man ja nicht leben. Also fahr ich hier die Post aus. Ich mach das immer mit dem Bike, obwohl ich auch die Versorgungstram nehmen könnte, aber das ist mir zu nervig. und die Wege hier sind echt gut, Autos dürfen ja eh nicht fahren.

Zuerst wollten meine Eltern nicht, dass ich ausziehe, aber sie meinten, solange ich in Buch bleibe, wären sie damit einverstanden. Sie wohnen hier fest auf einem Grundstück. Sie haben sich so ein Viererwagon-Stecksystem gekauft, wie es für Move!-Citys üblich ist. Damit kann man eine größere Wohn-Quadratmeterfläche durch Wagons bekommen. Das ist schon optimal für Familien.

Na, ich wohn' ja in der sogenannten Move!-Single-Siedlung. Da sind die Grundstücke kleiner und es passen maximal zwei Wagons auf den Grundstücksschienenstrang. Für Eloise und mich reicht das ja völlig. Ich finde die Möglichkeit klasse, zum Studium meinen Wagen in eine tolle Stadt zu moven und dort viele interessante Leute kennenzulernen. Am liebsten möchte ich mit Eloise nach London.

Anrancha, 36 Jahre, Anästhesistin, in Buch seit 2000

Für die nähe zum Arbeitsplatz move! ich sogar selbst.

Ich bin als eine der ersten nach Buch gekommen, weil ich auch in der Klinik arbeite. Zuerst wohnte ich auf Gleis 317, als dann die Labors von der Klinik in Wagons ausgelagert wurden bin ich direkt neben meine Arbeitsstelle gemove!t, das ist natürlich sehr bequem. Dazu habe ich einfach über die Notmove!Säule eine Mietlock geliehen, mit der ich meinen Wagon kurz umgesetzt habe. Anfangs war ich von der Wohnform nicht gerade begeistert, aber mittlerweile kündigt sich ein Arbeitsplatzangebot in Warschau an, von wo meine Freundin kommt. Also ziehen wir vielleicht erst mal ins Move!-Zentrum nach Plodschijew und dann suchen wir uns in Ruhe was in der Innenstadt.

Manfred, 42 Jahre, Move!-Facillity-Manager, in Buch seit 2000

Ich wohn′ hier nur wegen meinem Job.

Ich find die idee ja ganz nett, aber ich würde lieber in einem normalen Haus wohnen. Aber ich habe eben hier einen Job als Facillity-Manager gefunden, naja, eigentlich kann man ja auch Hausmeister sagen, und der ist auch ganz o.k. die meiste Zeit verbringe ich damit meine Runden zu drehen und zu sehen, ob alles in Ordnung ist. Meistens ist auch nicht viel zu tun, mal ein verstopfter Abfluss, mal ein paar Wege ausbessern. Zum Move!-Tag allerdings ist dann ne Menge Arbeit. Vorher kontrollieren, ob alle Weichen funktionieren, die ganze europaweite Koordination des Fahrplans mit der Zentrale absprechen, an- und abkuppeln der Anschlüsse, da fällt so Einiges an. Manchmal gilt es auch ein paar weggezogenen Regelbrechern eine Rechnung zu schicken, denn niemand darf sein Grundstück versiegelt verlassen und das wird dann von einer Firma erledigt. wenn angelegte G ärten zurückbleiben ist das aber kein Problem. F ür gewöhnlich freut sich der, der nachkommt. Und ne Menge interessanter, aber auch bekloppter Leute kann man hier sehen, was das so alles rumläuft... die hier schon länger sind, sind meistens ganz in Ordnung. mit einigen treffe ich mich einmal in der Woche zum skatspielen im 'Abstellgleis'. Das ist immer nett!

Pavel, 29 Jahre, Kneipier aus Leidenschaft, seit 6 Monaten in Buch

Die Umgebung ist immer eine Überraschung

Ich bin ein Wandervogel. Nirgends halte ich es länger aus. Mit dem Move!-system habe ich die Möglichkeit, meine kleine Kneipe überall mit hinzunehmen. Wenn es keine arbeit gibt, fahre ich weiter. ich lasse mich gerne überraschen von der Umgebung und lerne eine Menge witziger Leute kennen. Ich komme viel rum. Ich habe schon in Stockholm Leichtbier ausgeschenkt. Ich muss sagen, da lebten eher mehr die Freaks in der Move!-City: Künstler und Abhänger, das war witzig, hat mir gut gefallen. In Paris dagegen, da ging's geregelter zu. Da wohnten eher schicke Pärchen im doppelten Wohnwagon, gegebenenfalls gleich abkoppelbar. double income, no kids und mal was abgefahrenes stand in paris auf der wunschliste der move!r. jederzeit bereit für die karriere wegzuziehen. die grundstücke waren da eher spärlich gestaltet, ein paar designermöbel auf dem rasen: ohne viel liebe und zeit gestaltete gärten. barcelona, fand ich vom Feeling her anders. witzigerweise wohnten da auch eher familien. wobei es doch immer ein zufall ist, wen es wohin verschlägt. ach, nein, wenn ich es mir recht überlege, waren da nicht nur familien - eigentlich eher eine bunte mischung wie hier in berlin. der nächste Move!-tag ist in zwei monaten, da werde ich mich mal nach st. petersburg fahren lassen. ich habe mir im internet dort schon ein grundstück ausgesucht, auf dem der vorgänger schon eine kleine wiese angelegt hat. mal schauen, ob ich da meine wodkavorräte loswerde oder meine klientel wo anders suche.

Title: Move!-City
originator: Thomas Fuchs, Susanne Haubner
academic support: WMA Martin Prominski, Angelika Schnell (arch+)
year: 1999